Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

ANATOMIE EINES FALLS (franz. OmU)

Regie: Justine Triet

152 min / ab 12 Jahren

Sandra, eine deutsche Schriftstellerin, ihr französischer Ehemann Samuel und ihr Sohn Daniel leben in einem kleinen Ort in den französischen Alpen. An einem strahlenden Tag wird Samuel am Fuße ihres Chalets tot im Schnee gefunden. War es Mord? Selbstmord? Oder doch nur ein tragischer Unfall? Der Polizei erscheint Samuels plötzlicher Tod verdächtig, und Sandra wird zur Hauptverdächtigen. Es folgt ein aufreibender Indizienprozess, der nach und nach nicht nur die Umstände von Samuels Tod, sondern auch Sandras und Samuels lebhafte Beziehung im Detail seziert. Beim diesjährigen Festival von Cannes wurde Justin Triet – als dritte Frau in der Geschichte des Festivals – für ANATOMIE EINES FALLS mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Im Ringen um die Frage, was wirklich geschah, entspinnt Triet auf raffinierte Weise ein packendes Beziehungsdrama, das die Widersprüche im Privaten der harten Realität des Justizsystems gegenüberstellt. Sandra Hüller glänzt erneut mit ihrem außergewöhnlichen und höchst nuancierten Spiel und wurde in Cannes von der deutschen und internationalen Presse gefeiert.

COLONOS (span. OmU)

Regie: Felipe Gálvez Haberle

101 min / ab 16 Jahren

Felipe Gálvez behauptet sich mit seinem Spielfilmdebüt COLONOS, einer erbarmungslosen und unvergesslichen Interpretation des Westerns, als neue filmische Stimme. Der Gewinner des FIPRESCI-Preises „Un Certain Regard“ in Cannes verbindet historische Besonderheiten mit einem lebendigen visuellen Stil und schafft so eine einzigartige, eindringliche Vision, die sowohl inhaltlich als auch formal fesselt. Um die Wende zum 20. Jahrhundert brechen drei Reiter auf Geheiß eines reichen Großgrundbesitzers zu einer Expedition nach Feuerland auf, um dessen riesigen, vom Staat zugewiesenen Besitz zu sichern. An der Seite eines rücksichtslosen britischen Leutnants und eines amerikanischen Söldners befindet sich der halb-indigene Scharfschütze Segundo, der inmitten wachsender Spannungen innerhalb der Gruppe erkennt, dass ihre wahre Mission in der mörderischen „Beseitigung“ der indigenen Bevölkerung besteht. Vor der Kulisse atemberaubender Berglandschaften ist Chiles Beitrag zum 96. Academy Award für den Besten internationalen Film eine schonungslose Abrechnung mit dem Nationalmythos und der damit verbundenen Gewalt. Malerisch und doch eindringlich wirft dieses gefeierte Grenzlandepos einen kühnen Blick auf die Vergangenheit und wagt es, ihre gegenwärtige wie auch zukünftige Darstellung neu zu erfinden.

GOOD BOY (norweg. OmU)

Regie: Viljar Bøe

77 min / ab 16 Jahren

Bei einem Tinder-Date lernt Sigrid den attraktiven und zurückhaltenden Christian kennen. Zwischen den beiden funkt es sofort, und schon am ersten Abend geht Sigrid mit zu Christian nachhause. Der wohnt in einer luxuriösen Villa zusammen mit seinem „Hund“ Frank – nur dass Frank alles andere als ein gewöhnlicher Hund ist. Tatsächlich handelt es sich um einen erwachsenen Mann in einem Hundekostüm, der in Christians Haushalt wie ein echter Vierbeiner lebt. Sigrid ist zutiefst schockiert und verwirrt, doch als sie erfährt, dass Christian der alleinige Erbe eines Multimillionärs ist, wirft sie ihre Bedenken wieder über Bord. Während eines gemeinsamen Wochenendes in Christians abgelegenem Ferienhaus im Wald versucht Sigrid mehr über Franks merkwürdige Situation zu erfahren. Doch bereits am ersten Abend beginnen die Ereignisse eine beängstigende Wendung zu nehmen.

SMOKE SAUNA SISTERHOOD (estn. OmU)

Regie: Anna Hints

89 min / ab 12 Jahren

n einer Hütte tief im schneebedeckten Wald treffen sich Frauen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zum gemeinsamen Saunieren. Mit den Hüllen fallen Tabus. Sanfte Stimmen flüstern unausgesprochene Ängste und leidvolle Erkenntnisse in das schützende Dunkel der dampferfüllten Sauna. Aufgefangen vom leisen Zuhören ihrer Gefährtinnen berichten die Frauen von ersten Liebschaften, aber auch von sexuellen Übergriffen und unerträglichen Geburtsschmerzen. Dieses transformative Ritual begleitet Filmemacherin Anna Hints in SMOKE SAUNA SISTERHOOD. Der in seiner Intimität fast mystische Dokumentarfilm zeigt Frauen nicht, wie sie sind, sondern in ihrem Werden, erzählt von jenen Veränderungen, die sich in das Leben und den Körper einer Frau einschreiben. Dank tiefer Empathie und Menschlichkeit gelingt ein ungeschönter und dennoch immer extrem fokussierter Blick ins Innere der Rauchsaunen – einer Tradition, die von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde.

ONLY THE RIVER FLOWS (mandarin OmU)

Regie: Shujun Wei

101 min / ab 12 Jahren

Im ländlichen China der 1990er-Jahre wird die Leiche einer älteren Dame an einem Fluss gefunden. Ma Zhe, Chef der Kriminalpolizei, leitet die Morduntersuchung, die schnell zu der Verhaftung eines offensichtlich Tatverdächtigen führt. Allerdings kommt es Ma Zhe merkwürdig vor, dass seine Vorgesetzten ihren Fahndungserfolg aufdringlich allen mitteilen wollen. Das bringt ihn dazu, noch tiefer in den Fall einzusteigen und das dubiose Verhalten seiner Kollegen näher zu untersuchen. Ein Indiz leitet ihn auf einen labyrinthischen Weg – gesäumt von Leichen und voller eigenartiger Begegnungen. „eine puzzleartige Hommage an das Noir-Genre selbst, mit Anklängen an Jean-Pierre Melville, ‚Chinatown‘ und ‚Memories of Murder‘.“ (The Hollwood Reporter)

THE HOLDOVERS (engl. OmU)

Regie: Alexander Payne

134 min / ab 12 Jahren

Weihnachtsstimmung? Leider nein! Im Elite-Internat Barton Academy betreut der unbeliebte Lehrer Mr Hunham (Paul Giamatti) die unglücklichen Schüler, die nicht wissen, wo sie die Feiertage verbringen sollen. Nach ein paar Tagen ist nur noch ein Schüler übrig, der aufmüpfige Angus (Dominic Sessa). Zusammen mit Köchin Mary (Da’Vine Joy Randolph) erleben sie allerlei kuriose Missgeschicke und bewegende Momente, die das ungleiche Trio zu einer Ersatzfamilie wider Willen zusammenschweißen.