Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

DIE ZUKUNFT IST EIN EINSAMER ORT

Regie: Laura Harwarth u. Martin Hawie

101 min / ab 18 Jahren

Der bisher unbescholtene Frank (Lucas Gregorowicz) überfällt einen Geldtransporter und stellt sich anschließend der Polizei. Im Gefängnis trifft er auf den ebenso skrupellosen wie misstrauischen Libanesen Fuad (Denis Moschitto), der von seinem Clan geschützt wird. Frank mischt sich in die Drogengeschäfte im Gefängnis ein und gerät dabei zwischen die beiden rivalisierenden Gruppen von deutschen und arabischstämmigen Insassen. Einzig zu Wärterin Susanna (Katharina Schüttler) baut Frank ein Vertrauensverhältnis auf – nicht ahnend, dass Susanna Teil von Fuads Geschäften ist und ein sexuelles Verhältnis mit ihm hat. Was nur Frank weiß: Seine Frau Maren und sein Sohn Jonas starben in Folge eines Autounfalls. Fuad war der Fahrer des Tatwagens und beging Fahrerflucht, die ungesühnt blieb. Frank sinnt auf Rache.

GRAND JETÉ

Regie: Isabelle Stever

105 min / ab 16 Jahren

Viele Jahre war Nadja eine berühmte Balletttänzerin. Von Kindheit an trainierte sie gnadenlos ihren Körper. Der ist inzwischen immer mehr Hemmnis im Leben und Quelle ständiger Schmerzen. Wie das Leben ausrichten nach Jahren der Selbstaufgabe? Ihre Arbeit als Ballettlehrerin vermag diese Leere nicht zu füllen. Auf der Suche nach einer neuen Orientierung im Leben kehrt Nadja an den Ort ihrer Herkunft zurück, zu Hanne, ihrer Mutter. Dort trifft sie auf Mario, ihren Sohn. Ihn hat Nadja als Teenager bekommen und nach der Geburt bei ihrer Mutter aufwachsen lassen, um sich ganz dem Ballett widmen zu können. Die beiden, die sich kaum je begegnet sind, treffen als Fremde aufeinander – und fühlen sich vom ersten Moment der Begegnung körperlich zueinander hingezogen. Auch Mario beschäftigt sich intensiv mit seinem Körper, trainiert ihn, lotet dessen Grenzen aus, mit einer Bedenkenlosigkeit und Freiheit, die Nadja unbekannt ist und umso mehr anzieht. Ganz allmählich entwickeln die Beiden ein leidenschaftliches Verhältnis abseits von moralischen Konventionen. Ihre körperlichen Begegnungen werden mehr und mehr zu einem Ringen um das eigene Selbst und ein Wiederentdecken im Anderen.

EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE (engl. OmU)

Regie: Dan Kwan & Daniel Scheinert

139 min / ab 16 Jahren

Waschsalonbesitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, die Wünsche der Kunden bringen sie an ihre Grenzen und die anstehende Steuererklärung wächst ihr komplett über den Kopf. Der Gang zum Finanzamt ist unausweichlich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinandergewirbelt. Raum und Zeit lösen sich auf, und die Menschen um sie herum haben, ebenso wie sie selbst, plötzlich weitere Leben in Parallelwelten. Sie entdeckt, dass das Multiversum real ist und sie auf die Fähigkeiten und das Leben anderer Versionen ihrer selbst zugreifen kann. Das ist auch bitter nötig, denn sie wird mit einer großen, wenn nicht der größtmöglichen Mission betraut: Der Rettung der Welt vor dem unbekannten Bösen.

HEIKOS WELT

Regie: Dominika Galizia

123 min / ab 12 Jahren

Heikos Mutter Belinda leidet an Keratokonus, einer selten aufkommenden Veränderung der transparenten Hornhaut. Ihre Sehkraft lässt nach, dringend braucht sie Spender*in und Operation um nicht ganz zu erblinden. Mit der Hornhaut eines Toten ließe sich Belindas Augenlicht zurückgewinnen – doch die Transplantation kostet Geld. Um das Geld zusammen zu bekommen, beginnt Heiko einen Streifzug durch die Berliner Kneipen und fordert die besten Dartspieler*innen der Stadt heraus. Doch seine Gegner*innen verfolgen eigene Pläne und machen ihn (beinahe) wahnsinnig. Eine liebevolle Komödie über Bier, Darts und Mutterliebe.