Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

KREUZER Klassiker des Monats, Mittwoch 7. Oktober, 19:00 Uhr:

THE COMMITMENTS (OmU)

Regie: Alan Parker

117 min / ab 12 Jahren

Mit viel Mühe gelingt es Jimmy, einen bunt zusammengewürfelten Haufen von zehn jugen Musikern unter dem Namen „The Commitments“ zu vereinen. Angeführt von ihm und dem 45jährigen Soulveteranen und Trompeter Joey beginnt der Kampf um Anlage, Übungsraum und schließlich, nach schier endlosem Proben, um erste Auftritte. Die meiste Energie verwendet Jimmy jedoch darauf, die überschäumenden Temperamente der Bandmitglieder im Zaum zu halten und die Gruppe vor der Auflösung zu bewahren. Als endlich der Durchbruch naht und sogar die Möglichkeit besteht, mit Idol Wilson Pickett zu spielen, löst sich die Band im Streit auf.

Wir erinnern auch an Glen Hansard, der im Juli bei einem Unfall ums Leben kam und im Film den Gitarristen Outspan Foster spielt.

Mit einer Einführung von Lars Tunçay.

Tickets HIER.

Donnerstag, 8. Oktober 19:00 Uhr, Eintritt frei, Interkulturelle Wochen in Leipzig, Claudia Maicher, MdL Bündnisgrüne, lädt ein:

ALL MY SISTERS (OmU)

Regie: Massoud Bakhshi

81 min / ab 12 Jahren

In Teheran wachsen die Schwestern Mahya und Zahra als unbeschwerte junge Mädchen auf: Sie schaukeln auf dem Spielplatz, spielen mit Barbies und treiben Unfug. Doch die vielen Einschränkungen, die ihnen die Gesellschaft auferlegt, schleichen sich nach und nach über ihre traditionelle Familie in ihr Leben ein. Mit den ersten Anzeichen der Pubertät wird das Kopftuch aus dem Schrank geholt, ihre Großmutter erzählt ihnen religiöse Geschichten und plötzlich sind alle möglichen lustigen Dinge „sündhaft“. Gleichzeitig entwickeln sich die Schwestern – zu denen später im Film noch eine dritte Schwester, Maleka, hinzukommt – zu kritischen, sozial engagierten jungen Frauen. Ihr Onkel, der Filmemacher Massoud Bakhshi, begleitet sie von ihrer frühen Kindheit im Jahr 2007 bis zur Gegenwart, 18 Jahre später. In dieser Rahmenhandlung zeigt er den mittlerweile erwachsenen Frauen sein Filmmaterial. Bakhshi nutzt optische Tricks, um Einschränkungen hinsichtlich der Sichtbarkeit von Frauenhaaren oder Körperkonturen zu umgehen, während er dokumentiert, wie die Schwestern lernen, für ihre Rechte und ihre Freiheit einzustehen und zu kämpfen

Am Donnerstag, 1. Oktober, 19:30 Uhr in unserer letzten Open Air Veranstaltung des Jahres:

WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS

Regie: Ulrike Franke u. Michael Loeken

93 min / ab 0 Jahren

Die Zahl und die Diversität der Vögel gehen weltweit dramatisch zurück. Gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen die Welt der Vögel für sich: Sie alle haben eine ganz eigene Geschichte, die sie zu Birdwatchern gemacht hat. Der Blick durchs Fernglas ist dabei auch eine Suche nach etwas Ursprünglichem, Einzigartigem, Wahrem. Auf fast magische Weise scheint sich diese Suche auf den Zuschauer zu übertragen, als ginge man mit geschärften Sinnen aus dem Kino in eine andere Welt. Unser Film wendet den Blick von den Vögeln zurück auf die Menschen, die uns mit ihrer Liebe zu den Vögeln und ihrer Hingabe zur Natur begeistern. So begegnen wir auch dem weltberühmten Autor Jonathan Franzen, der sagt: „Ein Grund, warum Wildvögel so wichtig sind (…) ist der, dass sie unsere letzte, beste Verbindung zu einer natürlichen Welt darstellen, die ansonsten im Schwinden begriffen ist.“ Umweltpolitisch brisant, ernst, aber auch humorvoll, zeichnet der Film in cineastischen Bildern und intensiven Soundwelten das Bild einer Gesellschaft in einer großen Krisen- und Umbruchsituation. Der Film wird zur Erzählung von Zweifel und Hoffnung, Leben und Tod, vom Bleiben und Verschwinden. Und die Vögel werden auf eine berauschende, fast unheimliche Art zur Metapher für den Zustand der Welt.

Spielzeiten und Infos: HIER.

Filme gegen Rechts: STAATSSCHUTZ

Regie: Faraz Shariat

113 min / ab 12 Jahren

Wie objektiv ist die deutsche Justiz? Verharmlost sie rechte Gewalt? Die junge Staatsanwältin Seyo Kim kämpft gegen rechten Terror in Ostdeutschland und wird selbst Ziel eines rassistischen Anschlags, den sie nur knapp überlebt. Bei den Ermittlungen in eigener Sache geht sie hohe Risiken ein, um ein rechtes Netzwerk und institutionellen Rassismus aufzudecken. In seinem zweiten Spielfilm bewegt sich Faraz Shariat souverän zwischen spannendem Politthriller und beklemmender Realität. Neben Julia Jentsch als engagierte Anwältin, die sich für Opfer rassistischer Anschläge einsetzt, verkörpert Chen Emilie Yan eindrucksvoll eine Staatsanwältin, die zur Anklägerin wird. Brisantes Kino von erschreckender Aktualität.

Spielzeiten und Infos: HIER.

SAVING SPOONIE

Regie: Till Harms

87 min / FSK folgt

Spoonie, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene Gruppe aus internationalen Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das nicht schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels, mit dem sonderbaren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea und China bis nach Myanmar – und somit durch diverse Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force ist auch eine politische Herausforderung. Sie verlangt diplomatisches Fingerspitzengefühl bei der Abstimmung mit den Ländern auf der Flugroute. So spiegelt sich in der Tragikomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedrohte Vielfalt, in einer zerbrechlich gewordenen Welt.

Spielzeit und Infos: HIER.

SPAZIERGANG NACH SYRAKUS

Regie: Lars Jessen

97 min / ab 6 Jahren

Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz. Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottlieb Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? Alles wird abgelehnt! Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne. Paul ersinnt einen verwegenen Plan … Regisseur Lars Jessen („Mittagsstunde“) erzählt in SPAZIERGANG NACH SYRAKUS von unstillbarer Sehnsucht und großem Mut, von tiefer Liebe und inniger Loyalität – und vom Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren. Der Film entstand nach Motiven des Romans „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ von Friedrich Christian Delius (erschienen im Rowohlt Verlag), der wiederum auf der realen Flucht von Klaus Müller beruht. Mit feinem Humor und großen Emotionen blickt der Film auf deutsche Geschichte – und verhandelt dabei erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit sowie die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren.

Spielzeit und Infos: HIER.

VATERLAND

Regie: Pawel Pawlikowski

82 min / ab 0 Jahren

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika (Sandra Hüller), auf eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern – von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom größten aller Erzähler. Zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen wird Deutschlands wichtigster Schriftsteller hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie leise eskaliert. Es ist das erste Mal seit dem Krieg, dass Thomas Mann in sein Heimatland zurückkehrt, aus dem er einst ins Exil geflohen war. Eine Reise in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll – sie wird für Erika und den Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Reise ins Innerste.

 

Spielzeiten & Infos: HIER.

Mittwoch, 28. Oktober, 19:00 Uhr:

Horror-Doppel mit Donis: BACKROOMS & OBSESSION (OmU)

19:00 – BACKROOMS
Clark (Chiwetel Ejiofor), der Besitzer eines heruntergekommenen Möbelgeschäfts, Eentdeckt im Keller seines Ladens eine unsichtbare Tür. Bald ist er wie besessen davon, das Geheimnis dahinter zu lüften, und vertraut sich seiner Psychologin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) an. Als sie ihm dorthin folgt, lauert hinter den Wänden etwas Düsteres – und Gefährliches.

21:00 – OBSESSION
In OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN nutzt der hoffnungslose Romantiker Bear ein „One-Wish-Willow”, um seinen Crush für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern. OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN von Filmemacher Curry Barker (The Chair) feierte 2025 auf dem Toronto International Film Festival Premiere und war dort in der Sektion „Midnight Madness“ nominiert. Weiterhin wurde der Film 2025 beim Sitges Film Festival im Rahmen der „Official Fantastic Competition“ mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Tickets HIER.