Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

WANDA (OmU, Wiederaufführung)

Regie: Barbara Loden

102 min / ab 12 Jahren

Barbara Loden erzählt in ihrem einzigen Spielfilm WANDA von einer Frau, die scheinbar ziellos durch das ländliche Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder verlassen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch soziale und emotionale Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bisherige Existenz vollkommen hinter sich zu lassen, bis ein missglückter Banküberfall ihr Leben abermals in eine andere Richtung lenkt… Barbara Loden, die Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle verkörperte, entwirft mit einer fast dokumentarischen Bildsprache ein radikal offenes Porträt weiblicher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jenseits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder moralischen Bewertungen. Als leise, unbequeme Gegenstimme zum männlich dominierten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heute erstaunlich aktuell und beeinflusste zahlreiche Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeitloses Kino über weibliche Existenz, Sichtbarkeit und radikale kreative Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.

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MISSING*LINK

Regie: Michael Baumann

120 min / ab 12 Jahren

Mia macht mit ihren seit Jahren getrennten Eltern und deren neuen Partner*innen Urlaub in einer Hüttensiedlung unweit eines großen Sees. Während sich die Erwachsenen um ‚happy-together’ bemühen, und Tine, Mias temperamentvolle Mutter, den zusammengewürfelten Familienladen leidlich zusammenhält, trifft Mia im Wald auf einen fremden Jungen, mit dem sie eine nie gekannte Freiheit erlebt. Doch der Junge trägt ein Geheimnis in sich. Am Morgen ihres 14. Geburtstags ist Mia verschwunden und das brüchige Familienkonzept steht Kopf. Die Konflikte der Erwachsenen eskalieren und Tine, die sich mit ihrer Angst um ihre Tochter, die einen Herzfehler hat, alleine fühlt, rechnet schließlich mit Allen und Allem ab. Indessen wird Mias neu gefundene Freiheit zusehends zur Gefahr, bis ihr Leben auf dem Spiel steht.

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FATHER MOTHER SISTER BROTHER (OmU)

Regie: Jim Jarmusch

110 min / ab 12 Jahren

FATHER MOTHER SISTER BROTHER ist ein behutsam als Triptychon komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie. In seinem neuesten Geniestreich lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

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MARTY SUPREME (OmU)

Regie: Josh Safdie

150 min / ab 12 Jahren

Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) hat nur ein Ziel im Leben: Weltmeister im Tischtennis zu werden und somit in den Olymp der gefeierten Athleten aufzusteigen, zu denen er sich selbst ohnehin schon lange zählt. Um an einem Turnier in London teilnehmen zu können, setzt der junge New Yorker alles auf eine Karte, muss sich im nervenaufreibenden Finale aber dem japanischen Sportstar Endo geschlagen geben. Doch das ist erst der Anfang der Odyssey eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren. Denn für den kleinen Schuhladen seines Onkels ist Martys Traum definitiv ein paar Nummern zu groß.

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DAS GLÜCK DER TÜCHTIGEN

Regie: Franz Müller

104 min / ab 12 Jahren

Für Mira (29) läuft es gut. Vor kurzem hat sie die Leitung eines Supermarkts übernommen. Rückhalt gibt ihr die liebevolle Beziehung zu ihrem Mann Tarik und ihren beiden Töchtern. Doch ein einziger schwacher Moment, in dem es Mira nicht gelingt, die Wahrheit zu sagen, zieht andere Halbwahrheiten und Lügen nach sich. Und auf einmal geht es nur noch darum, das Scheitern nicht zuzulassen. Bis ihr am Ende alles krachend um die Ohren fliegt.

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ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE

Regie: Simon Verhoeven

137 min / ab 16 Jahren

Mit 20 wird Joachim unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht in die Villa zu seinen Großeltern, Inge und Hermann. Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, meist alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern versucht Joachim seinen Platz in der Welt zu finden – ohne zu wissen, welche Rolle er darin eigentlich spielt.

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BLAME (teilweise OmU)

Regie: Christian Frei

123 min / ab 12 Jahren

Als sie vor Pandemien in der Zukunft warnten, wurden sie nicht gehört. Als die Welt von der COVID-19-Pandemie heimgesucht wird, müssen dieselben Wissenschaftler nicht nur gegen das Virus kämpfen, sondern auch gegen eine Welle von Fehlinformationen, Verschwörungstheorien und politischer Schuldzuweisung, die drohen, die Wahrheit zu u¨berlagern. Dies ist ihre Geschichte. Nach Jahren des Eintauchens in entlegenen Fledermaushöhlen geraten drei Forschende ins grelle Licht der Politik und schwerer Anschuldigungen. Die überhörten Warner müssen sich rechtfertigen. BLAME ist eine bildgewaltige Filmreise über die Rolle der Wissenschaft in zunehmend dunkleren Zeiten. Sachlich und unaufgeregt zeigt der Film, wie die Welt durch das gezielte Schüren und Bewirtschaften von Ängsten und faktenfreien Mythen aus den Fugen geriet.

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Festival OFF EUROPA:

DIE BLUMEN VON GESTERN

Regie: Chris Kraus

125 min / ab 12 Jahren

Totila Blumen (Lars Eidinger) ist Holocaust-Forscher. Als solcher versteht er keinen Spaß.
Weder im allgemeinen noch im besonderen, wenn seine Kollegen versuchen, aus einem Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen und somit das Erbe des gerade erst verstorbenen und von Totila hoch verehrten Professors Norkus mit Füßen treten. Als man Totila dann auch noch die sehr junge und sehr nervige französische Studentin Zazie (Adèle Haenel) als Praktikantin vor die Nase setzt, die ihm folgt wie ein Hündchen und mit seinem direkten Vorgesetzten (Jan Josef Liefers) ein Verhältnis hat, ist der stets ernst und überlegt dreinblickende Mann am Ende.
Doch Jammern hilft nicht – erst recht nicht bei seiner gestressten Frau (Hannah Herzsprung), die ihn auffordert, weniger zu hadern und sich mit dem zu arrangieren, was das Leben gerade anbietet. Und so macht Totila weiter seine Arbeit, unterstützt von der überdrehten, exzentrischen Zazie. Die jedoch scheint ihre ganz eigene Agenda zu haben – eine Agenda, die eng mit Totilas Herkunft und seinem wohlgehüteten Familiengeheimnis verknüpft ist.

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FESTIVAL OFF EUROPA:

THE SQUARE (OmU)

Regie: Ruben Östlund

151 min / ab 12 Jahren

Es handelt sich um einen Platz, der als moralische Schutzzone fungieren und das schwindende Vertrauen in die Gemeinschaft hinterfragen soll. Doch wie bei den meisten modernen Menschen reicht auch bei Christian das Vertrauen nicht weit – er wohnt abgeschottet in einem stylishen Apartment und würde seinen Tesla nicht unbeaufsichtigt in einer zwielichtigen Gegend parken. Als Christian ausgeraubt wird und ihm kurz darauf die provokante Mediakampagne zu „The Square“ um die Ohren fliegt, geraten sein Selbstverständnis wie auch sein Gesellschaftsbild schwer ins Wanken. Prämiert mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes begibt sich THE SQUARE in die schillernde Welt der modernen Kunst und öffnet ihre moralischen Falltüren. In seiner klug inszenierten und äußerst unterhaltsamen Satire wirft Regisseur Ruben Östlund (HÖHERE GEWALT) brisante Fragen zum Zustand der heutigen Gesellschaft auf. Neben Hauptdarsteller Claes Bang (DIE BRÜCKE) vereint Östlund die Schauspiel-Stars Elisabeth Moss (MAD MEN, THE HANDMAID’S TALE) und Dominic West (THE WIRE) in seinem Ensemble.

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