DIE WILDEN 70ER
Luru Archiv – 35mm Doppel
7. September bis 19. Oktober 2026 · immer montags · 20:00 Uhr
Die 1970er waren wild – zumindest im Kino. Sie brachten politisches Gegenkino, sexuelle Befreiung, neue Formen des Horrors und eine ganze Flut von Filmen hervor, die sich herzlich wenig um guten Geschmack, etablierte Regeln oder Genregrenzen scherten.
Sieben Montagabende lang holen wir 14 Filme aus unserem 35mm-Archiv zurück auf die Leinwand: Biker und Anarchisten, Anti-Western und Surrealismus, Sexploitation und Olympia, Serienkiller, Hexen, Metzger und zu Katzenfutter verarbeitete Leichen.
Alle Filme laufen analog von 35mm. Zwei Filme an einem Abend.
MONTAG · 07.09. · 20:00 UHR
ANGELS – HARD AS THEY COME
Joe Viola · 1971
Drei Mitglieder einer Motorradgang geraten auf dem Weg zu einem Drogendeal an eine rivalisierende Bikertruppe, die sich in einer verlassenen Westernstadt eingenistet hat. Als eine junge Frau ermordet wird, eskaliert die Situation zum brutalen Bandenkrieg. Biker-Exploitation aus der Roger-Corman-Schmiede, produziert und mitgeschrieben von Jonathan Demme.
HELL’S BLOODY DEVILS
Al Adamson · 1970
Ein Regierungsagent soll undercover eine neofaschistische Organisation zerschlagen, die in Kalifornien ihre verbrecherischen Geschäfte betreibt. Rocker, Nazis, Gangster und Geheimagenten treffen in Al Adamsons wilder Low-Budget-Mischung aus Action-, Agenten- und Bikerfilm aufeinander.
MONTAG · 14.09. · 20:00 UHR
SOLDIER BLUE – WIEGENLIED VOM TOTSCHLAG
Ralph Nelson · 1970
Nach einem Überfall müssen sich eine junge Frau und ein unerfahrener Soldat gemeinsam durch die Wildnis schlagen. Ihre unterschiedlichen Ansichten über die indigene Bevölkerung führen immer wieder zu Konflikten – bis beide Zeugen eines grausamen Massakers werden. Ein kompromissloser Anti-Western, dessen Blick auf Gewalt und Krieg unübersehbar auch auf Vietnam zielte.
VIVA LA MUERTE
Fernando Arrabal · 1971
Der junge Fando lebt während des Spanischen Bürgerkriegs zwischen einer fanatisch religiösen Mutter und der Erinnerung an seinen verschwundenen Vater. Realität, Fantasie, Sexualität und Gewalt verschmelzen zu einer grotesken Bilderwelt. Arrabals surrealistischer Angriff auf Faschismus, Kirche, Familie und autoritäre Moral.
MONTAG · 21.09. · 20:00 UHR
TEUFLISCHE BRÜSTE
Doris Wishman · 1974
Nachdem Gangster ihren Freund ermordet haben, beschließt Crystal, die Verantwortlichen selbst zur Strecke zu bringen – und setzt dabei ihre außergewöhnliche Oberweite als buchstäblich tödliche Waffe ein. Chesty Morgan trifft Doris Wishman: absurdes und unverwechselbares amerikanisches Grindhouse-Kino.
EIN SUPERHEISSES DING
Doris Wishman · 1974
Geheimagentin Jane soll ein Drogensyndikat ausschalten. Eine in ihre Brust implantierte Kamera dokumentiert ihre Mission – eine Idee, die zwangsläufig zu immer bizarreren Situationen führt. Chesty Morgan erneut im Einsatz in Wishmans entfesselter Mischung aus Agentenparodie und Sexploitation.
MONTAG · 28.09. · 20:00 UHR
THEMROC
Claude Faraldo · 1973
Dem Pariser Arbeiter Themroc reicht es: Arbeit, Familie und gesellschaftliche Regeln werden kurzerhand abgeschafft. Er mauert seine Wohnungstür zu, schlägt die Außenwand ein und verwandelt sein Zuhause in eine Höhle. Bald entdecken auch die Nachbarn die Lust an der Anarchie. Michel Piccoli in einer radikalen, nahezu sprachlosen Satire auf Arbeit, Bürgertum und Zivilisation.
YUPPI DU
Adriano Celentano · 1975
Felice lebt mit seiner zweiten Frau in bescheidenen Verhältnissen, als plötzlich Silvia wieder auftaucht – seine erste Frau, die sich vermeintlich das Leben genommen hatte. Alte Gefühle erwachen. Adriano Celentanos höchst eigenwillige Mischung aus Musical, Liebesfilm, Sozialmärchen und surrealer 70er-Jahre-Fantasie.
MONTAG · 05.10. · 20:00 UHR
MÜNCHEN ’72 – 8 BERÜHMTE REGISSEURE SEHEN DIE SPIELE DER XX. OLYMPIADE
1973
Miloš Forman, Kon Ichikawa, Claude Lelouch, Juri Ozerov, Arthur Penn, Michael Pfleghar, John Schlesinger und Mai Zetterling richten ihren persönlichen Blick auf die Olympischen Spiele 1972 in München. Statt klassischer Sportreportage entstehen acht sehr unterschiedliche Miniaturen über Wettbewerb, Körper, Niederlage, Einsamkeit und Spektakel.
WET DREAMS
1974
Neun kurze Filme nähern sich mit sehr unterschiedlichen Mitteln Sex, Begehren, Liebe und Politik der 1970er-Jahre. Zwischen Experiment, Provokation, Animation und explizitem Kino entsteht eine episodische Bestandsaufnahme sexueller Befreiung – verspielt, politisch und bewusst grenzüberschreitend.
MONTAG · 12.10. · 20:00 UHR
WHEN A STRANGER CALLS
Fred Walton · 1979
Babysitterin Jill wird von einem unbekannten Anrufer terrorisiert, der immer wieder wissen will, ob sie nach den Kindern gesehen habe. Als die Polizei den Anruf zurückverfolgt, folgt die erschreckende Erkenntnis: Der Fremde befindet sich im selben Haus. Jahre später kehrt der Albtraum zurück.
TERROR
Norman J. Warren · 1978
Ein Filmemacher beschäftigt sich mit der Geschichte seiner eigenen Familie und einer vor Jahrhunderten hingerichteten Hexe. Doch deren Fluch scheint keineswegs Vergangenheit zu sein. Britischer Exploitation-Horror zwischen Hexenfluch, Slasher und übernatürlichem Grand Guignol.
MONTAG · 19.10. · 20:00 UHR
BLOODTHIRSTY BUTCHERS
Andy Milligan · 1970
Sweeney Todd betreibt in London sein mörderisches Handwerk, während nebenan aus seinen Opfern eine ganz besondere Sorte Fleischpastete entsteht. Andy Milligans schmutzige und ausgesprochen eigenwillige Version der Sweeney-Todd-Legende: britischer Groschenroman trifft amerikanisches Underground-Horrorkino.
THE CORPSE GRINDERS
Ted V. Mikels · 1971
Eine finanziell angeschlagene Katzenfutterfirma entdeckt eine ausgesprochen günstige Fleischquelle: menschliche Leichen. Das Geschäft läuft prächtig – bis die damit gefütterten Katzen Geschmack an Menschenfleisch entwickeln. Ein wunderbar schäbiges Stück Drive-in-Horror mit einer der großartigsten Prämissen des 70er-Jahre-Exploitationkinos.