Das gut versteckte Arthouse-Kino im weltberühmten Kunstzentrum Alte Baumwollspinnerei.

KREUZER Klassiker des Monats, Mittwoch 30. September, 19:00 Uhr:

HUNT FOR THE WILDER PEOPLE (OmU)

Der ausgefallene Outback-Abenteuerfilm von Regisseur Taika Waititi schafft in seinem skurrilen Filmset 2016 in Neuseeland erfolgreich die schwierige Balance zwischen Drama und Farce, Pathos und Komödie. Dies ist hauptsächlich auf die brillant zerrüttete Leistung der beiden Hauptdarsteller zurückzuführen, die als Gelegenheitspaar auftreten. Julian Dennison ist eine Offenbarung als Ricky Baker, ein jugendlicher Delinquent, der mit Hip-Hop und Ablehnung aufgewachsen ist (sich aber gut mit Haiku und Therapie auskennt), der vom Jugendamt auf einer abgelegenen Farm verlassen wurde, während Sam Neil als sein streitsüchtiger Pflegeonkel in Bestform ist. Als die Umstände dazu führen, dass beide Protagonisten voneinander abhängig sind, befinden sie sich unerwartet auf der Flucht vor den Behörden, und trotz des insgesamt verrückten Tons des Films werden einige wichtige Beobachtungen zu Respekt, Akzeptanz und Loyalität gemacht, aber zum Glück nicht in einer offen sentimentalen Weise. Das Drehbuch ist gespickt mit scharfen Dialogen und Filmreferenzen, was ihn in Kombination mit einer atemberaubenden Kinematographie und einer reizvollen Musikpartitur zu einem wunderbar unterhaltsamen Film macht, den man sich mehrmals ansehen sollte.

(Call me Al, Amazon)

Mit einer Einführung von Lars Tunçay.

Tickets HIER.

 

Am Donnerstag, 1. Oktober, 19:30 Uhr in unserer letzten Open Air Veranstaltung des Jahres:

WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS

Regie: Ulrike Franke u. Michael Loeken

93 min / ab 0 Jahren

Die Zahl und die Diversität der Vögel gehen weltweit dramatisch zurück. Gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen die Welt der Vögel für sich: Sie alle haben eine ganz eigene Geschichte, die sie zu Birdwatchern gemacht hat. Der Blick durchs Fernglas ist dabei auch eine Suche nach etwas Ursprünglichem, Einzigartigem, Wahrem. Auf fast magische Weise scheint sich diese Suche auf den Zuschauer zu übertragen, als ginge man mit geschärften Sinnen aus dem Kino in eine andere Welt. Unser Film wendet den Blick von den Vögeln zurück auf die Menschen, die uns mit ihrer Liebe zu den Vögeln und ihrer Hingabe zur Natur begeistern. So begegnen wir auch dem weltberühmten Autor Jonathan Franzen, der sagt: „Ein Grund, warum Wildvögel so wichtig sind (…) ist der, dass sie unsere letzte, beste Verbindung zu einer natürlichen Welt darstellen, die ansonsten im Schwinden begriffen ist.“ Umweltpolitisch brisant, ernst, aber auch humorvoll, zeichnet der Film in cineastischen Bildern und intensiven Soundwelten das Bild einer Gesellschaft in einer großen Krisen- und Umbruchsituation. Der Film wird zur Erzählung von Zweifel und Hoffnung, Leben und Tod, vom Bleiben und Verschwinden. Und die Vögel werden auf eine berauschende, fast unheimliche Art zur Metapher für den Zustand der Welt.

Spielzeiten und Infos: HIER.

Filme gegen Rechts: STAATSSCHUTZ

Regie: Faraz Shariat

113 min / ab 12 Jahren

Wie objektiv ist die deutsche Justiz? Verharmlost sie rechte Gewalt? Die junge Staatsanwältin Seyo Kim kämpft gegen rechten Terror in Ostdeutschland und wird selbst Ziel eines rassistischen Anschlags, den sie nur knapp überlebt. Bei den Ermittlungen in eigener Sache geht sie hohe Risiken ein, um ein rechtes Netzwerk und institutionellen Rassismus aufzudecken. In seinem zweiten Spielfilm bewegt sich Faraz Shariat souverän zwischen spannendem Politthriller und beklemmender Realität. Neben Julia Jentsch als engagierte Anwältin, die sich für Opfer rassistischer Anschläge einsetzt, verkörpert Chen Emilie Yan eindrucksvoll eine Staatsanwältin, die zur Anklägerin wird. Brisantes Kino von erschreckender Aktualität.

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Freitag, 2. Oktober, 19:00 Uhr für 7€:

THE ODYSSEY (engl. OV ohne UT)

Regie: Christopher Nolan

173 min / ab 12 Jahren

DIE ODYSSEE, Christopher Nolans neuestes Filmprojekt, ist ein bildgewaltiges Action-Epos, das mit brandneuer IMAX®-Technologie an Schauplätzen auf der ganzen Welt entstanden ist. Der Film bringt Homers mythische Heldensaga am 16. Juli 2026 auf die große Leinwand. Zur Besetzung von DIE ODYSSEE gehören Matt Damon (Good Will Hunting), Tom Holland (Spider-Man: No Way Home), Anne Hathaway (Les Misérables), Robert Pattinson (Der Leuchtturm) und Lupita Nyong’o (12 Years A Slave). In weiteren Rollen sind Zendaya (Dune) und Charlize Theron (Monster) zu sehen.

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SAVING SPOONIE

Regie: Till Harms

87 min / FSK folgt

Spoonie, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene Gruppe aus internationalen Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das nicht schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels, mit dem sonderbaren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea und China bis nach Myanmar – und somit durch diverse Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force ist auch eine politische Herausforderung. Sie verlangt diplomatisches Fingerspitzengefühl bei der Abstimmung mit den Ländern auf der Flugroute. So spiegelt sich in der Tragikomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedrohte Vielfalt, in einer zerbrechlich gewordenen Welt.

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LOVEBOX

Regie: Daniela Michel u. Alexander Kleider

101 min / ab 0 Jahren

Eine Gesellschaft ohne Geld und Konkurrenzdruck: Das utopische AfrikaBurn Festival, der größte Ableger des weltbekannten Burning Man, wird zum Schauplatz eines einzigartigen Experiments. Mitten in der südafrikanischen Wüste stellt eine bunt zusammengewürfelte Freundesgruppe ihr LOVEBOX Raumschiff auf, das seine Besucher auf eine Reise zu den Sternen und ins Innere ihrer selbst mitnimmt. In der Leere des Raums begegnen sich zwei Fremde für wenige Minuten und beantworten sich eine Frage über die Liebe. Ihre Blicke und Gespräche eröffnen einen Weg in eine Gemeinschaft und führen zu transformativer Selbsterkenntnis. Als sich der Staub des Festivals legt, machen sich die Freunde auf, die Magie der LOVEBOX in den stressigen Alltag der Menschen zu bringen. Aber kann die erlebte Verbundenheit und Offenheit auch außerhalb der utopischen Fantasie bestehen?

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VON SCHAM UND GELD (OmU)

Regie: Visar Morina

129 min / ab 12 Jahren

Hatixhe und Shaban bewirtschaften einen kleinen Hof im ländlichen Kosovo. Sie haben drei Töchter und leben in einer Großfamilie. Durch den Verrat des Bruders verlieren sie über Nacht ihre Existenzgrundlage. Es bleibt nur der Weg in die Hauptstadt. In Pristina nimmt Hatixhes wohlhabende Schwester die Familie auf. Was wie Hilfe aussieht, entpuppt sich als stille Demütigung. „Alles hat seinen Platz, auch jeder Mensch“, erklärt der reiche Schwager. Mag sein, aber um den zu finden, brauchen Hatixhe und Shaban erstmal einen Vorschuss — für die drückenden Schuhe der Tochter, für die Medikamente der Mutter, die sie sonst halbieren muss. Erst dann beginnt die Suche nach diesem Platz: im Nachtclub, den sie putzen und dafür kaum bezahlt werden; auf dem Arbeiterstrich, wo sich Shaban als Tagelöhner anbietet; in der Pflege des Schwiegervaters, der langsam vor sich hin stirbt. Leicht zu finden ist dieser Platz nicht. Vielleicht als Sicherheitsmann einer Gated Community?

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VATERLAND

Regie: Pawel Pawlikowski

82 min / ab 0 Jahren

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika (Sandra Hüller), auf eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern – von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom größten aller Erzähler. Zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen wird Deutschlands wichtigster Schriftsteller hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie leise eskaliert. Es ist das erste Mal seit dem Krieg, dass Thomas Mann in sein Heimatland zurückkehrt, aus dem er einst ins Exil geflohen war. Eine Reise in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll – sie wird für Erika und den Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Reise ins Innerste.

 

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